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Wie mit einfachen Kniffen die Mitarbeitermotivation gefördert wird?

von Strobl Stephanie (Kommentare: 0)

Wir wurden während einer Beratung bei einem Automotive Zulieferer mit folgender Frage konfrontiert:

„Wie können wir unsere Mitarbeiter dazu motivieren agiler zu denken und zu handeln?“

Der Manager des Unternehmens schaute uns erwartungsfroh an und hoffte auf eine gute und kurze Antwort .

 

Wir mussten ihn leider enttäuschen. Das ist nicht kurz zu beantworten und es ist schon gar nicht einfach.

Zuerst müssen wir uns mal mit dem Wort Motivation beschäftigen. Wenn Führungskräfte in Unternehmen das Wort nutzen, meinen sie meist: „Wie schaffe ich es meine Mitarbeiter so zu beeinflussen (motivieren), dass diese das tun, was sie sollen?“ In unserem Fall eben „agiler denken und handeln“. Diese Definition ist falsch. Motivation ist nicht überzeugen, überreden oder gar anweisen. Viele Führungskräfte wollen von uns Methoden lernen, mit denen sie ihr Team zum gewünschten Verhalten bringen, ohne dass die Mitarbeiter dieses registrieren. Das ist Manipulation und nicht Motivation. In unseren inhouse Schulungen fordern wir die Führungskräfte immer auf zu überzeugen. Das ist ihre Aufgabe. Manchmal müssen sie anweisen. Das ist erstens durchaus legitim und zweitens durch Motivation nicht zu ersetzen.

 

Was ist nun also (Mitarbeiter-) Motivation? Hier ein kurzer Exkurs.

Extrinsische Motivation ist der Antrieb von außen.

Man könnte auch sagen Antrieb mit Zuckerbrot und Peitsche. Viele unserer Systeme in der Wirtschaft funktionieren nach diesem Prinzip. Es gibt Anreizsysteme, Bonus- und Malus -systeme die mit verschiedenen Zielen, Maßnahmen oder erwünschten Verhaltensweisen verknüpft sind. Sie sollen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter und Teams gesteuert werden. In der Literatur wird dieser Zusammenhang immer wieder bestätigt. Der Zusammenhang zu Motivation kann nur in erstaunlich wenigen Fällen nachgewiesen werden. (Vgl. Dan Pink 2009) Wenn man sich als Manager nun wünscht, dass die Mitarbeiter motivierter sind (heißt mehr oder besser arbeiten) kann nur intrinsische Motivation wirken.

 

Die drei Hauptmotivationen in der intrinsischen Motivation sind:

  1. Autonomie – der Wunsch nach persönlicher Freiheit und Selbststeuerung der Mitarbeiter.
  2. Meisterschaft – der Wunsch nach persönlichem Wachstum und Weiterentwicklung der Mitarbeiter.
  3. Sinn – der Wunsch die eigene Arbeit in Dienst und Kontext einer größeren wertvollen Aufgabe zu stellen.

Es stellt sich die Frage; warum ist intrinsische Motivation für das Ziel um „agiler Denken und Handeln“ wichtig? Weil in der VUKA Welt, Führen durch Überzeugen und Anweisen an Mitarbeiter nicht mehr funktioniert. Überzeugen und Anweisen funktioniert dann, wenn die Führungskraft einen Wissens- oder „Könnens - Vorsprung“ hat. Das Wesen der VUKA Welt ist es, dass sich das Wissen so schnell verändert, dass auch Führungskräfte in Unternehmen keinen Vorsprung mehr haben. Ein weiteres Merkmal ist es, dass das richtige Wissen nicht nur auf wenige Köpfe verteilt sein kann. Dazu ist es zu viel. Nicht zuletzt ist die Frage „was ist das richtige Wissen?“ in der VUKA Welt nicht definiert. Unternehmen leben immer mehr in der Unsicherheit. Sie müssen mehr ausprobieren und können weniger planen. Das Gleiche gilt für die Führungskräfte und die Mitarbeiter.

 

Unser Tipp: Vergessen Sie Ihre Ausbildung.

Das hört sich hart an. Aber es ist die Wahrheit. Die Qualität von Führungskräften und Mitarbeitern in Unternehmen liegt zukünftig nicht mehr darin was sie mal gelernt haben. Sie liegt in Ihrer Flexibilität und in Ihrer Lernfähigkeit. Sie liegt in Ihren Begabungen und in Ihrer Persönlichkeit.

 

Wenn man die Anfangsfrage: „Wie können wir unsere Mitarbeiter dazu motivieren agiler zu denken und zu handeln?“ Also genauer betrachtet, stellen wir fest, dass der Manager die Frage nach einem profunden Change angesprochen hat.

  • Wie wird eine Unternehmensstrategie verändert?
  • Wie wird die Unternehmensstruktur verändert?
  • Wie wird die Unternehmenskultur verändert?

 

Wir möchten hier nicht auf den ganzen Prozess des Changemanagements eingehen. Uns geht es hier darum zu überdenken wie man Mitarbeiter dazu bringen kann, diesen Change - Prozess mitzugehen und mitgestaltet.

 

Wenn also in Zukunft nicht mehr das Wissen der Führungskräfte und Mitarbeiter in Unternehmen im Vordergrund steht, sondern deren Begabungen und deren Persönlichkeit gilt es genau das zu stärken. Persönliche Stärke und innere Unabhängigkeit sind die Voraussetzung für einen gelungenen Change. Nur so gelingt ein neues Funktions- und Rollenverständnis bei Führungskräften.

 

Welche Tipps haben wir und was kann, das Management tun, um diese Stärke bei allen Kollegen zu stärken?

Zugegebenermaßen sind diese Vorschläge nicht ganz neu. Das liegt daran, dass die Aufgabe Menschen zu stärken so alt ist wie die Menschheit selbst. Erster und wichtiger Tipp um die Mitarbeitermotivation zu steigern: Bauen Sie Kommunikationsflächen, auf denen Sie mit Ihren Mitarbeitern und Führungskräften in echte Kommunikation kommen.

Und dort:

  • Hören Sie zu – nicht nur hin…
  • Machen Sie es sich zur Aufgabe wirklich verstehen zu wollen
  • Seien Sie neugierig und unvoreingenommen

 

Sehr wichtig ist es sich zu zeigen. In einer agilen Welt ist es schlichtweg Sinnwidrig selbst perfekt sein zu wollen oder den Anschein zu erwecken perfekt zu sein.

  • Zeigen Sie Ihre Wünsche
  • Sprechen Sie über Ihre Ziele und die Gedanken, die zu diesen Zielen führen

 

Hier kommt der allerwichtigste Tipp um die Mitarbeitermotivation zu steigern:

Zeigen Sie Ihre Schwächen, Potentiale und Ihre Unsicherheiten.

 

Warum?

Keiner kennt die Zukunft. Keiner kennt die Arbeit der Zukunft. Wir können nur anhand von Megatrends und Wissenschaft Richtung Zukunft planen. Niemand hat alle Antworten. Nur wenn jemand einen Platz räumt, kann sich jemand Gedanken machen, den Platz auszufüllen. Mit Ideen, Vorschlägen oder mit Persönlichkeit.

〉Hier zum Beratungsansatz zum Thema Mitarbeitermotivation

 

Zum Schluss noch ein paar Gedanken und Tipps zu den notwendigen Werkzeugen wie sie im Training und in der Personalentwicklung eingesetzt werden können.

  • Kommunikationsmodelle und Kommunikationstechniken wie z. B. Verlangsamungstechniken
  • Verständnisimpulse
  • Spiegelungen können im Kommunikationstraining geübt und internalisiert werden.
  • Sie können im Training on the Job mit Transfersicherern gesichert werden. Sie sind hilfreich. Für alle Arten der Gespräche.
  • Handwerk hilft - auch beim Changemanagement und bei der Mitarbeitermotivation.

 

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